Wenn die Eltern sich trennen, ist es wichtig, dass die Kinder weiterhin zu Papa und Mama Kontakt halten. Dazu gibt es das so genannte Umgangsrecht. Der Grundgedanke dabei ist, dass das Kind zu seiner ungestörten Entwicklung des regelmäßigen Umgangs mit beiden Elternteilen bedarf. (Wikipedia)

Residenzmodell

Das Modell mit der größten Verbreitung. Nun ist es ja meistens so, dass ein Elternteil, in aller Regel der Vater, aus der gemeinsamen Wohnung auszieht. Das Kind besucht ihn dann zu abgemachten Zeiten, meistens jedes zweite Wochenende, Freitag Mittag bis Sonntag Abend, in den Ferien gelten auch mal andere Absprachen. Zwei Wochen Mami, dann ein WE Papi.
Das Kind muss dann aus seinem gewohnten Umfeld heraus, seine Sachen packen, seinen Freunden mitteilen, das es die nächsten Tage nicht da sein wird, Schulsachen mitnehmen, Spielsachen,…etc. Das Bild hat somit etwas von Urlaub, oder auch Umzug.

Doppelresidenzmodell

Wie der Name schon vermuten lässt, ist dies sehr stark an das Residenzmodell angelehnt. Es wird auch Wechselmodell, oder Pendelmodell genannt. Dabei gibt es kein Elternteil, das hauptsächlich für das Kind da ist. Die Bertreuungszeiten beider Elternteile sind annähernd gleich. Eine Woche Mami, eine Woche Papi. Das Kind ist wieder am Sachen packen, Freunden einsagen…

Nestmodell

Bei dem Nestmodell ist es so, dass die Kinder in der (früheren) gemeinsamen Familienwohnung wohnen bleiben und die Eltern abwechselnd die Kinder besuchen. Die Eltern haben idealerweise in der Nähe zwei getrennte Wohnungen und sind bei den Kindern in Apfelernteder Familienwohnung nach gegenseitiger Absprache. Der Vorteil ist, dass das Kind weit weniger unter der Trennung leidet und das gewohnte Umfeld beibehalten kann. Für das Kind ändert sich fast nichts, außer, dass die Eltern nicht mehr gemeinsam im Haus sind. Die Eltern tragen bewusst die Belastungen der Trennung.

Dieses Modell ist nicht weit verbreitet, obwohl es Vorteile hat. Die Kosten sollten auch nicht wesentlich höher sein, da die Eltern kleinere Wohnung brauchen, als im Residenzmodell.

Ich denke die geringe Verbreitung des Modells liegt daran: Das Nestmodell erfordert auf beiden Seiten viel Bewusstheit und Eigenveranwortung. Viele Erwachsenen sind nicht in der Lage ohne Schuldzuweisungen und ohne einen gewissen Rosenkrieg die Beziehung zu beenden. Und dann werden oft die Kinder als Macht- und Druckmttel benutzt.

Mein Appell:

Liebe Eltern haltet Eure Kinder aus der Trennung heraus. Es geht sie nun wirklich nichts an, dass Ihr Euer gemeinsames Leben beenden wollt. Trotzdem werden sie darunter leiden. Führt Eure Machtkämpfe, wenn es dazu kommt, nicht auf dem Rücken Eurer Kinder aus. Das macht alles noch viel schlimmer und hilft Keinem! Es mag sein, dass Ihr große Ängste, viel Wut, starke Trauer, vielleicht auch Verzeweiflung in Euch spürt, dass Ihr Eurem Partner Eins auswischen wollt. Das kann alles sein, aber das hat NICHTS mit Euren Kindern zu tun! Holt euch professionelle Unterstützung und redet gewaltfrei miteinander. Auch wenn es schwer fällt, mindestens Eure Kinder werden es Euch danken. 🙂