Menschen streiten, weil sie unterschiedliche Sichtweisen, Gefühle und Strategien für ihre Bedürfniserfüllung haben, die aufeinandertreffen und sich bedroht oder übergangen anfühlen. Gleichzeitig ist Streit auch ein Weg, sich abzugrenzen und Beziehungen weiterzuentwickeln, wenn man respektvoll damit umgeht.


Unterschiedliche Sichtweisen

– Jede Person erlebt die Welt anders, hat eigene Erfahrungen, Werte und Meinungen.
– Wenn diese Unterschiede aufeinandertreffen, wirkt die Sicht des anderen schnell wie ein Angriff auf die eigene Identität.

Unerfüllte Bedürfnisse

– Hinter vielen Streits stehen unerfüllte Bedürfnisse wie gesehen werden, ernst genommen werden, Nähe oder Ruhe.
– Menschen streiten oft härter mit nahestehenden Personen, weil diese Bedürfnisse dort besonders stark sind.

Gefühle und alte Verletzungen

– Streit wird leicht heftig, wenn alte Verletzungen und Unsicherheiten (z.B. „ich bin nicht gut genug“) mitgetriggert werden.
– Dann reagieren Menschen eher wie verletzte „innere Kinder“: laut, trotzig oder zurückgezogen, statt ruhig und erwachsen.

Warum Streit auch wichtig sein kann

– Konflikte helfen, Grenzen zu klären und zu lernen, wie andere denken, was die Persönlichkeit und Beziehungen stärken kann.
– Wer jeden Streit vermeidet, schluckt oft eigenen Ärger herunter, was auf Dauer Stress und innere Belastung verstärken kann.

Was Mediation ist

– Mediation ist ein strukturiertes Gespräch mit einem allparteilichen Dritten (Mediator), der nicht entscheidet, sondern den Dialog erleichtert.
– Ziel ist eine einvernehmliche, faire Lösung, die die Interessen beider Seiten berücksichtigt.

Wie Mediation im Streit wirkt

– Der Mediator sorgt dafür, dass beide Seiten ausreden können, aktiv zuhören und die Gefühle und Bedürfnisse hinter den Vorwürfen sichtbar werden.
– Dadurch sinkt die emotionale Spannung, Missverständnisse werden geklärt, und aus „du bist schuld“ wird eher „das brauche ich und das brauchst du“.

Vorteile für die Beziehung

– Mediation versucht Win-win-Lösungen zu finden, also Vereinbarungen, von denen beide Parteien profitieren, statt einer Gewinner-Verlierer-Situation.
– Beziehungen (Partnerschaft, Familie, Arbeit) werden geschont oder sogar verbessert, weil man lernt, Konflikte respektvoll und zukunftsorientiert zu lösen.

Praktische Ergebnisse

– Am Ende steht oft eine konkrete Vereinbarung: Wer macht was, bis wann, und wie man künftig besser miteinander umgeht.
– Viele Konflikte lassen sich so schneller, kostengünstiger und nachhaltiger lösen als über Anwälte oder Gerichte.